Keine ökologischen „Einzelinteressen“ sondern Interesse vieler Herner*innen!
Wir stimmen Herrn Bergmann von der IHK zu, dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen müssen und es letztlich um tragfähige Kompromisse geht. Der Konflikt entsteht aber vor allem dort, wo naturschutzfachlich wertvolle Flächen überbaut werden. Das Vorkommen der Kreuzkröte und auch weiterer europäisch geschützter Arten erhebt das Blumenthalgelände in ein eigentlich auszuweisendes Naturschutzgebiet. Das sehr bedeutende Vorkommen der Kreuzkröte hat eine landes-, wenn nicht gar eine bundesweite Bedeutung.
Es ist daher nicht richtig, wenn Herr Bergmann von „ökologischen Einzelinteressen“ spricht. Der europäische Artenschutz hat zudem klare zwingend zu berücksichtigende Vorgaben, die nicht der Abwägung des Stadtrates unterliegen. Wichtig aber auch anzusprechen, dass Blumenthal in unserer Zielsetzung auch eine für Herne herausgehobene Bedeutung als städtischer Erholungsraum und gerade als klimarelevante Ausgleichsfläche für Wanne und auch Herne entwickelt werden kann. Hier gibt es mehr als dringenden Bedarf für Herne.
Herrn Kleyboldt ist auch deutlich zu widersprechen, wenn er die Behauptung aufstellt, dass „die Stadt große Grünflächen und Rückzugsräume für Flora und Fauna vorsähe“. Es ist mehrheitlich eine Restflächenverwertung auf Baugrundstücken. Es sind in den letzten Jahren keine größeren Grünflächen außerhalb der rechtlich vorgebeben Kompensationsverpflichtungen neu geschaffen worden. Die Flächenbilanz ist im Gegenteil negativ. In der gesamten Diskussion ein Sicherungsbauwerk als geeigneten Lebensraum für die Kreuzkröte und andere geschützte Arten zu bewerten, entbehrt fachlicher Kenntnisse der Lebensraumansprüche der maßgeblichen Tier- und Pflanzenarten. Eine Schieflage bekommt die öffentliche Diskussion auch dadurch, dass, so auch in dem WAZ-Artikel, bestendende Grün- und Waldflächen bis hin zum Dorneburger Park in den Plandarstellungen mit auftauchen und damit den Eindruck erwecken „ ist doch alles total grün, was wollen die BI-Leute eigentlich?“ So kommen auch Aussagen zustande, wie „58 % Grünflächenanteil“, indem bestehende Grünflächen in die Bilanz einberechnet werden.
Die naturschutzfachliche Bedeutung ist Realität und Fakt, eine „Internationale Technologiewelt“ mit neu zu schaffenden 4.000 Arbeitsplätzen ist bisher reines Wunschdenken, aufgepeppt durch ein notwendiges „Leuchtturmprojekt Seilbahn“, die vom Bedarf und den Kosten nicht tragbar ist. Nicht ohne Gründe scheint Bonn statt Herne für den Zuschlag für eine geförderte Seilbahn favorisiert zu werden.
Zum Schluss eine Frage: Welche Ruhrgebietsstadt hat auf einer Industriebrache 4.000 Arbeitsplätze geschaffen? – Realitätssinn auch mit Blick auf die Konkurrenz u.a. dem O-Werk Campus in Bochum täte der Diskussion sicher gut.
Klaus Müller-Pfannenstiel und Peter Mahlberg
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