Klimaschutz und Klimaanpassung in Herne
Liebe Hernerinnen und Herner,
die Folgen des Klimawandels sind längst in unserem Alltag angekommen. Heiße Sommer, Starkregen, überhitzte Innenstädte – auch Herne bleibt davon nicht verschont.
Umso wichtiger ist es, dass wir als Stadt aktiv handeln – auf zwei Ebenen:
- Klimaschutz, um die Erderwärmung zu begrenzen
- Klimaanpassung, um mit den bereits spürbaren Folgen umzugehen
Als Bürgerinitiative Mehr Lebensqualität Herne e. V. möchten wir aufzeigen, was das konkret für
unsere Stadt bedeutet – und wie wir trotz dichter Bebauung, hoher Flächenversiegelung und
knapper Kassen klug, solidarisch und zukunftsorientiert vorgehen können.
Herausforderungen und Chancen für unsere Stadt
Klimaschutz – Ursachen bekämpfen
Klimaschutz bedeutet, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Ziel ist es, die globale Erderwärmung zu verlangsamen. In Herne kann das z. B. durch folgende Maßnahmen geschehen:
- Förderung erneuerbarer Energien (z. B. Solaranlagen auf Dächern)
- Wärmedämmung und Gebäudesanierung
- Ausbau von Radwegen und des öffentlichen Nahverkehrs
- Bewusster Umgang mit Energie im Alltag
KLIMASCHUTZ WIRKT LANGFRISTIG – GLOBAL WIE LOKAL!
Klimaanpassung – Folgen bewältigen
Da sich viele Klimafolgen bereits heute zeigen, braucht Herne auch Maßnahmen zur Klimaanpassung – für den Schutz und die Gesundheit aller Menschen in der Stadt:
- Begrünung von Innenhöfen, Straßen, Plätzen und Dächern
- Entsiegelung zur besseren Aufnahme von Regenwasser
- Schaffung von schattigen Aufenthaltsorten
- Hitzetaugliche Gestaltung von Schulhöfen, Spielplätzen und Straßen
KLIMAANPASSUNG SCHÜTZT DIREKT – VOR ORT UND IM ALLTAG!
Herne steht vor besonderen Herausforderungen
Unsere Stadt bringt einige strukturelle Hürden mit sich
- Dichte Bebauung: Freie Flächen sind knapp – für Grün, Wasser oder Entlastung fehlt oft
der Raum. - Hohe Verschuldung: Viele Maßnahmen kosten Geld – und die städtischen Mittel sind
begrenzt. - Flächenkonflikte: Wohnraum, Infrastruktur und Klimaanpassung konkurrieren um
dieselben Flächen. - Verwaltungsstruktur: Klimaschutz und -Anpassung liegen oft in verschiedenen
Zuständigkeitsbereichen – gute Koordination ist entscheidend.
Nutzungskonflikte: Wir müssen umdenken – und Chancen erkennen
Klimafreundliche Stadtentwicklung bedeutet auch: Wir müssen bestehende Flächen neu denken – und teils neu verteilen. Das heißt konkret:
- Weniger Platz für Autos: Öffentliche Parkplätze beanspruchen viel Raum, der für Bäume, Wasserflächen oder Begegnungsorte dringend gebraucht wird.
- Weniger Durchgangsverkehr: Verkehrsberuhigte Zonen schützen nicht nur die Umwelt, sondern auch Kinder, ältere Menschen und die Aufenthaltsqualität in Quartieren.
- Weniger Versiegelung für kurzfristigen Nutzen: Betonierte Plätze oder asphaltierte
Innenhöfe lassen sich oft entsiegeln und naturnah umgestalten – wenn der Wille da ist. - Brachflächen müssen nicht (sofort) bebaut werden.
Nicht jede Brache muss für Gewerbe oder Wohnungsbau herangezogen werden, nur weil damit wirtschaftliche Vorteile oder neue Arbeitsplätze verbunden sind. Gerade in einer hochverdichteten Stadt wie Herne sind solche freien Flächen wertvolle Pufferzonen für das Stadtklima – und ein Schatz, den man nicht vorschnell aufgeben sollte.
Es braucht hier ein sorgfältiges Abwägen: Was dient kurzfristig dem Überleben in Hitzeperioden
oder bei Starkregen – und was kann warten?
EINE BEWUSSTE NEUAUSRICHTUNG BRINGT GEWINN AN GESUNDHEIT, LEBENSQUALITÄT UND
SICHERHEIT!
Chancen für eine lebenswertere Stadt
Trotz aller Schwierigkeiten sehen wir konkrete Chancen für Herne:
Maßnahmen mit Mehrfachnutzen
- Ein entsiegelter Platz kann Wasser aufnehmen, für Kühlung sorgen und Begegnungsraum schaffen – gleichzeitig.
- Brachflächen und ungenutzte Grundstücke bieten eine große Chance, um kurzfristig Maßnahmen zur Klimaanpassung umzusetzen – etwa zur Begrünung, zur Entlastung bei Starkregen oder als Rückzugsorte bei Hitze.
- Beteiligung der Menschen vor Ort, wer hier lebt, kennt die Probleme und Potenziale seiner Umgebung am besten. Bürgerbeteiligung lohnt sich.
- Förderung nutzen, Es gibt Förderprogramme von Bund und EU speziell für Städte mit begrenzten Mitteln – Herne sollte diese aktiv ausschöpfen.
- Lebensqualität für alle, Mehr Grün und gute Luft verbessern das Stadtklima – besonders für Kinder, Ältere und gesundheitlich belastete Menschen.
Unser Appell
Wir als Bürgerinitiative Mehr Lebensqualität Herne e. V. setzen uns dafür ein, dass Herne beides
gemeinsam denkt: Klimaschutz und Klimaanpassung. Denn nur so wird unsere Stadt
widerstandsfähig, lebenswert und zukunftsfest.
Deshalb rufen wir auf:
- Engagieren Sie sich für eine grünere, gesündere Stadt!
- Unterstützen Sie Projekte, die Umwelt, Gesundheit und Gemeinschaft stärken!
- Bringen Sie sich ein – in Gespräche, Planung und Aktionen!
Gemeinsam für ein klimafestes Herne
Wir glauben an eine Stadtentwicklung, die ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität verbindet. Auch in einer Stadt wie Herne – mit Kreativität, Gemeinschaftssinn und dem Blick nach vorn.
Herzliche Grüße,
Ihre
Bürgerinitiative Mehr Lebensqualität Herne e. V.
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