Stellungnahme BI-Herne Antrag Bürgerausschuss
... zur Ablehnung des Antrags im „Bürgerausschuss“, Herne möge dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ beitreten. In einem außergewöhnlich trockenen Frühling schlägt der Bericht des EU-Klimadienstes Copernicus "European State of the Climate" ein wie eine Bombe: Die Erwärmung durch den Klimawandel betrifft Europa massiv. Auch wenn wir vor den tödlichen Hitzewellen, die den Süden und Osten Europas in den letzten Jahren massiv beeinträchtigt haben, verschont geblieben sind, trifft uns in Herne die stetig voranschreitende Erwärmung mit Hitze und Starkregen unabweisbar und Jahr für Jahr stärker.
Die Stadt Herne hat eine Klimaanalyse, ein Klimafolgenanpassungskonzept, 2021 eine „Herner Nachhaltigkeitsstrategie“ und 2023 die Mobilitätswende beschlossen. Kaum etwas davon findet seinen Niederschlag im konkreten Planen und Handeln der Stadt. Wird ernst genommen, was da als ganz konkrete Bedrohung auf die Bürger*innen dieser schon jetzt hochbelasteten Stadt zukommt?
Es gibt Faktoren, auf welche die Kommune keinen Einfluss hat: Die Erweiterung der beiden Autobahnen im Stadtgebiet ist eine Katastrophe. Mehr Lärm, mehr Dreck in der Luft, mehr Verkehr und weniger schützendes Grün an den Seiten der Autobahn.
Wie und was aber von Verwaltung und Politik in der Stadt getan wird, ist eine Frage der Prioritätensetzungen. Eine neue Seilbahn: kühlt keine einzige Tropennacht. Eine Ruhr-Technology International, die Waldflächen verdrängt, senkt die Hitzebelastung nicht, sondern lässt sie durch zusätzlich versiegelte Fläche steigen. Eine als Wohngebiet entwickelte Grünfläche, ob am Hauptfriedhof, an der Bielefelder Straße, an der Franzstraße oder wo auch immer im Stadtgebiet bietet Wohnraum, trägt aber zur Aufheizung der Stadt bei. Gefällte Bäume, für die Ersatz außerhalb des Stadtgebiets gepflanzt wird, kühlen anderswo, aber nicht bei uns. Verkehr, der ungelenkt weiterwächst, ist wie ein Krebsgeschwür. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die Prioritäten neu gefasst werden müssen, an dem unverbindlichen Ankündigungen und leeren Absichtserklärungen Taten für das Leben in unserer Stadt folgen müssen.
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.
(Weisheit der Cree)
Tillman Kieser (16.04.2025)
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