Die Situation entbehrt nicht einer gewissen Ironie

Aus gegebenem Anlass (Hitzerekorde in Europa und diese Woche, Mittwoch, den 2. Juli 2025 in Herne) informieren wir unsere Internetseiten-Besucher nochmals über den in der WAZ bereits am 04.08. und 11.08.2023 veröffentlichten Leserbrief von Holger Schulze-Engemann über die geplante Nutzung des Blumentalgeländes in Zusammenhang mit dem geplanten Bau einer ca. 1 km langen Seilbahn für ein Investitionsvolumen von über 30 Millionen Euro.

"Seilbahn-Pläne für Blumenthal - Die Situation entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Die Stadt hat es seit 48 (achtundvierzig) Jahren nicht geschafft, die beiden ehemaligen Städte Herne und Wanne-Eickel städtebaulich zusammenwachsen zu lassen oder wenigstens zueinander in Beziehung zu setzen. Sie hat es nicht versucht.

Nicht einmal den Betrieb eines Shuttles auf dem Bahnkörper zwischen den Bahnhöfen Herne und Wanne-Eickel hat man erwogen, was die schnellste Verbindung zwischen den beiden Stadtzentren wäre.

 

Die Situation entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

 

Die Stadt hat es seit 48 (achtundvierzig) Jahren nicht geschafft, die beiden ehemaligen Städte Herne und Wanne-Eickel städtebaulich zusammenwachsen zu lassen oder wenigstens zueinander in Beziehung zu setzen. Sie hat es nicht versucht.

Nicht einmal den Betrieb eines Shuttles auf dem Bahnkörper zwischen den Bahnhöfen Herne und Wanne-Eickel hat man erwogen, was die schnellste Verbindung zwischen den beiden Stadtzentren wäre.

 

Die Stadt schafft es nicht, die alte Schmuddel-Unterführung zwischen Ackerstraße und Herner Straße in einen akzeptablen Zustand zu bringen. Selbst die Erstellung eines Konzepts öffentlicher Toiletten in der Stadt wird zu einer unendlichen Geschichte.

Der Klimawandel soll mit Trinkwasserspendern und Stadtterrassen abgefedert werden.

 

Aber jetzt betreibt die Stadt das Projekt einer Seilbahn, wie sie unter völlig anderen topografischen Verhältnissen in Großstädten am Rande der Anden sinnvoll ist, bei uns jedoch nicht. Es wird hier auch nicht dadurch sinnvoll, dass es mit Zuschüssen des Bundes finanziert werden soll.

 

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der beiden Autobahnen gehen Dutzende von Hektar an Begleitgrün verloren. Das muss irgendwie kompensiert werden. Seit 2015 ist kein Jahr ohne Witterungsextreme vergangen: Hitzewellen, Starkniederschläge, Stürme – und sie werden mehr.

 

Es ist unglaublich: Die Wälder der Erde brennen und hier wird die Chance vertan, ein Stück Wald in der Stadt entstehen zu lassen.

 

Was die Stadt braucht, ist eine Verbesserung der klimatischen Verhältnisse. Das hat schon die sog. KLIMAANALYSE ausgeführt, die vom RVR im Jahr 2018 erstellt worden ist, vor allem also Wald auf dem Blumenthal-Gelände.

Stattdessen wird so getan, als käme mit der Seilbahn der Messias nach Wanne. Anscheinend soll das Seilbahn-Projekt die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, damit in seinem Windschatten die Verwendung des Blumenthal-Geländes als Gewerbefläche möglichst unbemerkt durchgezogen werden kann.

Das Projekt ist aber ein Heißluft-Ballon.“

 

Holger Schulze-Engemann

(Quelle: Leserbriefe, WAZ Ausgaben vom 04.08.2023 und vom 11.08.2023)

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